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Am 20. Januar 2006 veranlaßte die Bundesärztekammer das (Muster-) Kursbuch für die Zusatzweiterbildung Akupunktur in Deutschland.

Nachfolgend finden Sie die wesentlichen Auszüge daraus.
Die Langversion können Sie bitte auf der Internetseite der Bundesärztekammer einsehen und herunterladen -
hier!

Wesentliche Auszüge:

(Muster-) Kursbuch „Akupunktur"
(Quelle Bundesärztekammer)

Methodische Empfehlungen, Lehr- und Lerninhalte für den Weiterbildungskurs zum Inhalt der Zusatz-Weiterbildung "Akupunktur" Nach den Richtlinien zur (Muster-) Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer

Stand: 20. Januar 2006

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - 2. Kursdurchführung - 3. Kursaufbau - 4. Kursinhalte

1. Einleitung

Auf dem Deutschen Ärztetag 2003 wurde die Zusatzbezeichnung Akupunktur neu in die Weiterbildungsordnung eingeführt. Ziel der Zusatzweiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz und der praktischen Fähigkeiten in Akupunktur nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie der Weiterbildungskurse.
Der Deutsche Ärztetag 2003 hat im Rahmen der Neustrukturierung der Weiterbildungsordnung (WBO) auch die Bedingungen für den Erwerb von Zusatzweiterbildungen erweitert. Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzweiterbildung "Akupunktur" ist die Facharztanerkennung.
Die Akupunktur erfordert theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die in strukturierten Kursen von hierfür qualifizierten Weiterbildern vermittelt werden. Eine Anerkennung des Kurses und seines Leiters ist vor Beginn bei der zuständigen Landesärztekammer einzuholen.

Der Kursinhalt wird durch dieses Kursbuch festgelegt. Die Weiterbildungsordnung fordert einen Umfang von insgesamt 200 Stunden, der sich gliedert in:

  • 120-stündige Kursweiterbildung gemäß § 4 Abs. 8. Hierin sind die theoretischen Grundlagen und die praktischen Übungen zur Nadeltechnik und Lokalisation der aufgeführten Punkte enthalten. Die praktischen Übungen werden in Kleingruppen unter Anleitung von Dozenten vorgenommen.

    Die in den Kurs-Blöcken aufgezählten Akupunkturpunkte sind prüfungsrelevant.
  • · 60 Stunden praktischen Akupunkturbehandlungen am Patienten durch die Kursteilnehmer persönlich mit Supervision durch den Weiterbildungsbefugten.
  • · 20 Stunden Fallseminare in mindestens 5 Sitzungen innerhalb von mindestens 24 Monaten. Darstellung selbst behandelter Patienten mit Symptomen, Untersuchungsbefund, Behandlungsplan und Symptomänderung.
  • Die Weiterbildung wird mit einer Abschlussprüfung vor der Ärztekammer abgeschlossen.
  • 2. Kursdurchführung

    Die Weiterbildungseinrichtungen müssen über geeignete Räume für den theoretischen Unterricht sowie Übungsräume mit ausreichender Zahl geeigneter Liegen verfügen.

    Die Gruppengröße in der Praxisausbildung soll 20 Teilnehmer nicht überschreiten, kleinere Gruppen sind wünschenswert. Die Zahl der Kursanten pro Lehrkraft soll 15 nicht übersteigen.

    Der Unterricht besteht aus

    • · theoretischen Vorträgen
    • · praktischen Demonstrationen
    • · übenden Sitzungen.
  • Nach der jeweiligen theoretischen Einführung in den einzelnen Abschnitt mit der Abklärung von Indikation und Kontraindikation wird besonderes Gewicht auf die praktische Unterweisung in den gelehrten Untersuchungs- und Behandlungstechniken gelegt. Diese werden nicht nur von Dozenten demonstriert, sondern jeweils auch vom Teilnehmer unter Supervision geübt.
  • Die Kurse sollen grundsätzlich durch die Teilnehmer evaluiert werden.

    Die Akupunkturbehandlungen am Patienten und die Fallseminare beginnen erst nach Abschluss des 120-Stunden-Kurses.

    Die Kursleiter und Dozenten müssen selbst die Zusatzweiterbildung Akupunktur besitzen, die Kursleiter müssen zusätzlich weiterbildungsberechtigt sein.

    3. Kursaufbau

    Die Weiterbildung wird in Kursen durchgeführt, deren Aufbau und Abfolge auf Basis der Inhalte und Bestimmungen dieses Kursbuches vom jeweiligen Weiterbildungsträger festzulegen und von der zuständigen Ärztekammer zu genehmigen sind.

    Die im Kursbuch genannten Lernziele und Lerninhalte stellen einen Rahmen für die Kursleiter dar. Innerhalb des Rahmens können die Schwerpunkte der einzelnen Kurse bei Beibehaltung des Grundschemas variiert werden. Insofern ist die Reihenfolge in der Ableistung der Kurse A - E nicht bindend vorgegeben. Die Kursblöcke A - E sind weiter unterteilbar in je 3 x 8 Unterrichtseinheiten.

    Aus didaktischen Gründen sollen pro Tag grundsätzlich nicht mehr als

    8 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten

    durchgeführt werden.

    Die "Empfehlungen zur ärztlichen Fortbildung" der Bundesärztekammer sind zu beachten.

    Übende Unterrichtseinheiten in Kleingruppen können in den theoretischen Unterricht integriert werden.

    Praktische Akupunkturbehandlung am Patienten und die Fallseminare werden getrennt von der Kursweiterbildung in Kleingruppen unterrichtet.

    Die Kurs-Weiterbildung gliedert sich in 5 Blöcke à 24 Stunden plus praktische Akupunkturbehandlungen und Fallseminare

    Die Kurse müssen mindestens die folgenden Unterrichtseinheiten (UE) aus den Blöcken A - G abdecken. Bescheinigungen der einzelnen Kurse müssen die in den einzelnen Bereichen A - G abgeleisteten UE und die Kursinhalte ausweisen.

     

    A.
    Wissenschaftliche Grundlagen der Akupunktur
    Vorstellung akupunkturrelevanter Grundlagen der TCM
    Durchführung der Akupunkturbehandlung

    24 UE

    B.
    Systematik der Organsyteme des ventralen Umlaufes, das Konzeptionsgefäß, deren Akupunkturpunkte, Übung der Behandlung

    24 UE

    C.
    Systematik der Organsyteme des dorsalen Umlaufes, das Lenkergefäß, deren Akupunkturpunkte, Übung der Behandlung

    24 UE

    D.
    Systematik der Organsyteme des lateralen Umlaufes deren Akupunkturpunkte, Extrapunkte, Übung der Behandlung

    24 UE

    E.
    Behandlungskonzepte incl. Ohrakupunktur/Mikrosysteme

    24 UE

    F.
    Praktische Akupunkturbehandlungen

    60 UE

    G.
    Fallseminare

    20 UE

     

    4. Kursinhalte

    entsprechend der Blöcke A-G

    A - Grundlagen der Akupunktur (24 UE)

    Vorstellung wissenschaftlicher und akupunkturrelevanter Grundlagen der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM)

    • · Einführung in die Akupunktur
    • · Medizinhistorische Grundlagen
    • · Neurophysiologische und humorale Grundlagen und klinische Forschungsergebnisse
    • · Physiologische Grundlagen (humorale, periphere, zentrale Mechanismen), Wirkung auf endogenes Opioidsystem, nichtopioide Neurtransmitter
    • · Anatomische Grundlagen, mindestens Gefäß-Nervenbündel, Faszienketten, Muskelfunktionsketten
    • · Klinische Forschungen, Grundlagenforschung, Placeboforschung
    • · Qualitätsstandards in Forschung, Klinik und Praxis
    • · Traditionelle Konzepte der Chinesischen Medizin, 8 Leitkriterien (Bagang), pathogene Faktoren, Theorie der Funktionskreise
  • Durchführung der Akupunkturbehandlung
    • · Indikationsstellung und Einbindung der Akupunktur in Behandlungskonzepte
    • · Indikationsstellung, Kontraindikationen, unerwünschte Wirkungen der Akupunktur, Aufklärung des Patienten, Dokumentation und Qualitätsmanagement
    • · Praxis der Akupunkturbehandlung (Standards für Organisation, Lagerung, Praxisausstattung), Behandlungsdauer, Behandlungsfrequenz, Behandlungsverläufe
    • · Vergleich westlicher (morphologischer) und akupunkturspezifischer (funktioneller) Diagnostik
    • · Stichtechniken und ergänzende Stimulationsverfahren
    • · Punktlokalisation am Körper nach anatomischen Leitstrukturen, Druckdolenz, Proportionalmaß (cun)
    • · einfache Stichtechniken und Stimulationsverfahren, Moxibustion und Schröpfen
    • · Entwicklung einfacher Behandlungskonzepte

     

    B - Systematik der Organsysteme des ventralen Umlaufes, das
         Konzeptionsgefäß, deren Akupunkturpunkte, Übung der Behandlung (24 UE)

    • · Leitbahnumlauf, Leitbahnachsen, Konzeptionsgefäß
    • · Steuerungspunkte dieses Umlaufes (mindestens Sedierungs- und Tonisierungspunkt, Yuan, dorsale Shu-Punkte, ventrale Mu-Punkte, untere einflussreiche Punkte, Meister-Punkte, Einschaltpunkte)
    • · Lungenleitbahn zumindest mit den Punkten 1, 5, 7, 9
    • · Dickdarmleitbahn zumindest mit den Punkten 4, 10, 11, 15, 20
    • · Magenleitbahn zumindest mit den Punkten 2, 6, 8, 25, 34, 35, 36, 37, 38, 40, 44
    • · Milzleitbahn zumindest mit den Punkten 3, 4, 6, 9, 10
    • · Konzeptionsgefäß (Ren Mai) zumindest mit den Punkten 3, 4, 5, 6, 12, 17
    • · praktische Demonstration durch den Kursleiter, gegenseitige Übungen der Kursteilnehmer

     

    C - Systematik der Organsyteme des dorsalen Umlaufes, das Lenkergefäß, deren
         Akupunkturpunkte, Übung der Behandlung (24 UE)

    • · Leitbahnumlauf, Leitbahnachsen, Lenkergefäß
    • · Steuerungspunkte dieses Umlaufes (mindestens Sedierungs- und Tonisierungspunkt, Yuan, dorsale Shu-Punkte, ventrale Mu-Punkte, untere einflussreiche Punkte, Meister-Punkte, Einschaltpunkte)
    • · Herzleitbahn zumindest mit den Punkten 3, 7, 9
    • · Dünndarm zumindest mit den Punkten 3, 6, 9, 10, 11, 18, 19
    • · Blasenleitbahn zumindest mit den Punkten 2, 10, 11, 13, 15, 18, 20, 21, 23, 27, 28, 30, 32, 40, 43, 60, 62, 67
    • · Nierenleitbahn zumindest mit den Punkten 1, 3, 6, 7
    • · Lenkergefäß (Du Mai) zumindest mit den Punkten 4, 8, 14, 15, 16, 20, 26
    • · praktische Demonstration durch den Kursleiter, gegenseitige Übungen der Kursteilnehmer
    • · Einfache Schmerzerkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, mindestens HWS-, BWS- und LWS-Syndrom, Schmerzen der Gelenke

     

    D - Systematik der Organsyteme des lateralen Umlaufes deren Akupunkturpunkte,
         Extrapunkte, Übung der Behandlung (24 UE)

    • · Leitbahnumlauf, Leitbahnachsen, Extrapunkte
    • · Steuerungspunkte dieses Umlaufes (mindestens Sedierungs- und Tonisierungspunkt, Yuan, dorsale Shu-Punkte, ventrale Mu-Punkte, untere einflussreiche Punkte, Meister-Punkte, Einschaltpunkte)
    • · Perikardleitbahn zumindest mit den Punkten 3, 6, 7
    • · Dreierwärmerleitbahn zumindest mit den Punkten 3, 5, 14, 17, 21, 23
    • · Gallenblasenleitbahn zumindest mit den Punkten 2, 8, 20, 21, 30, 34, 39, 41
    • · Leberleitbahn zumindest mit den Punkten 2, 3, 8, 13, 14
    • · Extrapunkte, zumindest Ex-KH 1, 3, 5, EX-R 1, 2, 8, Ex-BF 1, 5, 10, 11
    • · praktische Demonstration durch den Kursleiter, gegenseitige Übungen der Kursteilnehmer
    • · Kopf- und Gesichtsschmerz, mindestens Spannungskopfschmerz, Migräne, Trigeminusneuralgie

     

    E - Behandlungskonzepte (24 UE)

    1. Ohrakupunktur und Einführung in andere Mikrosysteme bzw. Somatotopien

    • · Wissenschaftliche Grundlagen der Ohrakupunktur und eines anderen Mikrosystems, geschichtlicher Überblick
    • · Anatomie, Innervation, Studienlage, konzeptionelle Grundlagen von Mikrosystemen
    • · Indikationen, Kontraindikationen, unerwünschte Wirkungen der Ohrakupunktur und anderer Mikrosysteme
    • · Ohrmuschelkartographie, Systematik der Projektionszonen und Punkte (evtl. auch anderer Mikrosysteme)
    • · Techniken der Punktlokalisation am Ohr oder einem anderen Mikrosystem nach Druckdolenz
    • · Nadelmaterial, Stichtechnik
    • · Projektionen des Stütz- und Bewegungssystems
    • · Projektionen der inneren Organe
    • · Topographische Lage weiterer charakteristischer Punkte/Korrespondenzpunkte
    • · Einzelne wichtige Punkte: Korrespondenzpunkte Auge, innere Nase, Stirn (33), Hinterhaupt (29), Oberkiefer/Unterkiefer, Mund-Gaumen; Uterus, Ovar; charakteristische Punkte Shenmen (55) Thalamus (26a), Analgesiepunkt, Allergiepunkt, Thymus, Interferon; Vegetativpunkte: Veg. I, Veg. II, Wetterpunkt, Jérôme (29b), psychotrope Punkte 1-4, Omega-Hauptpunkt, Nullpunkt (82)
    • · Therapiekonzepte in Kombination mit der Körperakupunktur
  • 2. Integrierte Behandlungskonzepte
    • · Kopf- und Gesichtsschmerz, mindestens Spannungskopfschmerz, Migräne, Trigeminusneuralgie
    • · Einfache Schmerzerkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, mindestens HWS-, BWS- und LWS-Syndrom, Schmerzen der Gelenke
    • · Chronische Schmerzkrankheit
  • 3. Einführung in die Diagnostik und Behandlung myofaszialer Triggerpunkte
    • · Vergleich westlicher (morphologischer) und akupunkturspezifischer (funktioneller) Diagnostik
  • 4. Integrierte Behandlungskonzepte
    • · Einfache Behandlungskonzepte der Geburtshilfe sowie von Erkrankungen in der Gynäkologie, mindestens Dysmenorrhoe
    • · Behandlungskonzepte bei Allergien
    • · Psychosomatische Erkrankungen, funktionelle Störungen, Schmerzen bei funktionellen Störungen, psychovegetative Syndrome, Behandlung von Schlafstörung, einfache Konzepte der Suchttherapie

     

    F - Praktische Akupunkturbehandlung (60 UE)

    • Sie beginnen erst nach Abschluss der 120 Stunden Kursausbildung. Siefinden unter Leitung des Weiterbildungsberechtigten in geeigneter Ausbildungsstätte für die Patientenbehandlung statt.

     

    G - Fallseminare (20 UE)

    • Hier werden Theorie und Praxis der Akupunktur anhand eigener Fallvorstellungen besprochen. Sie werden in Kleingruppen organisiert

    Auszug Ende - Quelle: Bundesärztekammer Stand 20. Januar 2006
    Irrtum vorbehalten.

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